Cook erklärt Trump-Kontakte

Tim Cook verteidigt seine Beziehung zu Donald Trump

Apple-CEO Tim Cook erklärt im Esquire-Interview, warum er den direkten Dialog mit der Trump-Regierung sucht und wie er das mit Apples Werten vereinbart.

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Apple-CEO Tim Cook hat in einem aktuellen Interview mit dem Magazin Esquire seine Beziehung zur Trump-Regierung erläutert. Anlässlich des 50. Jubiläums von Apple sprach Cook offen über seine Strategie im Umgang mit der US-Regierung und betonte die Bedeutung des direkten Dialogs.

Quickread: Auf einen Blick
  • Tim Cook bezeichnet die Trump-Regierung als sehr zugänglich und setzt auf direkten Dialog statt Kritik von der Seitenlinie.
  • Der Apple-CEO betont, dass Apples Werte zu Datenschutz, Umwelt und Bildung trotz der Kontakte unverändert bleiben.
  • Cook sieht die weltweite Polarisierung als Problem und hält den Austausch unterschiedlicher Ansichten für wichtig.

Dialog statt Kritik von der Seitenlinie

Cook beschrieb die Trump-Regierung als „sehr zugänglich“ und hob hervor, dass man seine Ansichten vorbringen könne, auch wenn man nicht immer überzeugen könne. „Engagement ist für mich so wichtig, nicht nur in den USA, sondern weltweit“, erklärte der Apple-Chef. Er verwies dabei auf ein Zitat von Teddy Roosevelt in seinem Konferenzraum: „Es zählt nicht der Kritiker.“

Der CEO machte deutlich, dass er es nie für eine gute Strategie gehalten habe, nur von der Seitenlinie aus zu kritisieren. „Deine Stimme geht einfach im Wind unter“, so Cook. Stattdessen setzt er auf persönliche Gespräche und direkten Austausch.

Konsistente Werte trotz unterschiedlicher Gesprächspartner

Cook betonte, dass Apples Werte und seine eigenen sich nicht verändert hätten. Das Unternehmen konzentriere sich weiterhin auf Datenschutz, Umweltschutz, Barrierefreiheit und Bildung. „Ihr werdet mich überall sehen, und ihr werdet euch fragen: ‚Oh, er trifft sich mit jemandem, der eine andere Ansicht hat als er‘“, sagte Cook. „Ich denke, das ist gut.“

Treuhänderische Pflicht erklärt!

Die treuhänderische Pflicht bezeichnet die rechtliche Verpflichtung von Führungskräften, im besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionärinnen und Aktionäre zu handeln. CEOs müssen Entscheidungen treffen, die den Unternehmenswert maximieren und Risiken minimieren. Im Fall von Tim Cook bedeutet dies, gute Beziehungen zur US-Regierung zu pflegen, um Apples Geschäftsinteressen zu schützen.

Der Apple-Chef sieht in der aktuellen Polarisierung der Welt ein Problem. Unterschiedliche Ansichten würden nicht mehr geteilt oder diskutiert, sondern verhärteten sich nur. Cook ist überzeugt, dass der direkte Dialog der einzige Weg sei, um ein Gefühl für die komplexen lokalen Gesetze, Bräuche, Kulturen und Vorschriften verschiedener Länder zu bekommen.

Politik oder Politik – eine Gratwanderung

In einem früheren Interview mit Good Morning America hatte Cook bereits betont, er sei „keine politische Person“. „Ich beschäftige mich mit Richtlinien, nicht mit Politik“ („policy, not politics“), erklärte er damals und fügte hinzu, er stehe „genau in der Mitte“ und konzentriere sich auf Politik.

Diese Aussage stieß allerdings nicht überall auf Verständnis. Apple-Kommentator John Gruber argumentierte beispielsweise, dass Cooks Antwort „nur dann Sinn ergibt, wenn man glaubt, dass Regierungsentscheidungen nicht politisch sind – was bedeutet, dass sie keinen Sinn ergibt.“

Andere wiederum sehen in Cooks Vorgehen die Erfüllung seiner treuhänderischen Pflicht, sicherzustellen, dass Apple in gutem Verhältnis zur US-Regierung steht. Die Beziehung zwischen Cook und Trump hat sich in den vergangenen Jahren als durchaus fruchtbar für Apple erwiesen – insbesondere bei der Aushandlung von Zollbefreiungen für iPhone und andere Apple-Produkte.

Cook hat in der Vergangenheit mehrfach das Weiße Haus besucht, an Trumps zweiter Amtseinführung teilgenommen und dem Präsidenten sogar ein Geschenk aus Glas mit 24-karätigem Goldsockel überreicht. Zudem spendete er persönlich eine Million US-Dollar für Trumps Amtseinführungsfonds.

Trotz dieser engen Kontakte betont Cook weiterhin, dass Apples grundlegende Werte – die gemeinhin als progressiv gelten, insbesondere in sozialen und ökologischen Fragen – unverändert bleiben.

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